Experten empfehlen beim Trockenstellen
Zitzenversiegler für jede Kuh

Eine internationale Expertengruppe hat neue Empfehlungen für den Einsatz von Zitzenversieglern und antibiotischen Trockenstellern erarbeitet. Die wichtigste Empfehlung lautet: Jede Kuh auf jedem Betrieb sollte mit einem internen Zitzenversiegler trockengestellt werden! Kühe, deren Euter wahrscheinlich infiziert ist, benötigen zusätzlich einen antibiotischen Trockensteller.
Während der Trockenstehzeit soll sich das milchbildende Gewebe erholen und eventuell bestehende Infektionen sollen ausheilen. Antibiotische Trockensteller, die am Ende der Laktation angewendet werden, erreichen sehr gute Heilungsraten bestehender Infektionen. Interne Zitzenversiegler (ITS) helfen, das Risiko von Neuinfektionen während des Trockenstehens und damit das Risiko einer klinischen Euterentzündung nach dem Kalben zu verringern. Auch wenn sie zusätzlich zu einem antibiotischen Trockensteller eingesetzt werden, haben sie noch einen extra Schutzeffekt und machen so den Antibiotikumseinsatz durch die Verhinderung von Neuinfektionen effektiver.
Grundlage für die Entscheidung, wie im einzelnen Betrieb trockengestellt werden soll, ist die Eutergesundheit der Herde – gibt es auf dem Betrieb ein hohes oder ein niedriges Risiko für die Eutergesundheit? Gemeinsam mit dem Hoftierarzt wird die Herangehensweise beim Trockenstellen erarbeitet. Als ersten Anhaltspunkt kann man die Herdenzellzahl nutzen. Betriebe mit Eutergesundheitsproblemen, die sich in hohen Zellzahlen äußern und durch Staphylococcus aureus und andere kontagiöse Erreger hervorgerufen werden, müssen verschiedene Maßnahmen zur Sanierung ergreifen. U. a. wird hier nach Empfehlung des Tierarztes bei jeder Kuh ein antibiotischer Trockensteller mit geeignetem Wirkspektrum zusätzlich zum internen Zitzenversiegler eingesetzt.
Bei Betrieben mit niedrigem Risiko für die Eutergesundheit wird für die einzelnen Kühe entschieden, wie sie trockengestellt werden. Welche Diagnostik dazu im Vorfeld jeweils durchgeführt werden soll, bespricht man mit seinem betreuenden Tierarzt.


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