DIAGNOSTIK von ATEMWEGSERKRANKUNGEN

Für eine Diagnosestellung muss eine Vielzahl von Informationen zusammenfließen:

  • Vorbericht 
  • klinische Befunde 
  • Ergebnisse labordiagnostischer Untersuchungen 
  • Erfolg evtl. eingeleiteter Therapiemaßnahmen 

Für die Diagnostik ist unbedingt ein Tierarzt hinzuzuziehen, denn:

Eine exakte Diagnose ist die Grundlage für eine wirksame Therapie!

Klinische Diagnose
Körpertemperatur, sichtbare Symptome (Husten, Nasenausfluss, "Pumpen"), Lungengeräusche

Labordiagnostik
Bei Bestandserkrankungen ist es stets sinnvoll, Proben für die Erregerdiagnostik zu entnehmen und an eine Untersuchungseinrichtung zu schicken.

Die Anzeichen einer beginnenden Atemwegserkrankung sind in der Regel mild und werden leicht übersehen. Fallen die Tiere durch deutlichen Husten und Fressunlust auf, sind die Veränderungen schon sehr weit fortgeschritten und eine wirkungsvolle Bekämpfung beim Einzeltier in der Regel nur noch schwer möglich. Deswegen sind eine gründliche Beobachtung der Tiere und ein rasches Erkennen von ersten Krankheitsanzeichen wichtig!

Äußere Anzeichen (klinische Symptome)

akut

  • wässriger Nasen- und Augenausfluss
  • mäßig erhöhte Atemfrequenz und Atmungsintensität
  • Fieber (> 40°C)

Bestands-
untersuchung

Bei bestandsweise gehäuften Erkrankungen ist eine weitergehende Abklärung auslösender oder fördernder Faktoren notwendig: 


  • Umwelt- und Bestandssituation
      (z.B. Zukauf, besondere Belastungen, Umstallungen, Impfungen) 
  • Haltungs-, Fütterungs- und stallklimatische Bedingungen für
    weitere Erkrankungen (Parasitosen, Durchfall u. a.) 
  • Vorbehandlungen 
  • Ergebnisse von Laboruntersuchungen 
  • Pathologisch-anatomische Veränderungen (Sektion)

Labordiagnostik

Virusnachweis

Viren sind häufig nur im Anfangsstadium der Erkrankung nachweisbar. Dafür müssen Nasenzellabstriche mit einem langen Tupferentnahmesystem gewonnen werden. Die Erreger werden im Labor mittels PCR, Immunofluoreszenz oder in Zellkulturen nachgewiesen. Blutuntersuchungen (Serum) ermöglichen den Nachweis spezifischer Antikörper gegen ein Virus. Dazu sind im Abstand von 3 bis 4 Wochen Blutproben zu entnehmen, mit denen ein Anstieg des Antikörpertiters als Reaktion auf die Erkrankung nachgewiesen werden kann.

Bakteriologische Untersuchung

Mit Nasentupfern werden jedoch u. U. nur Erreger aus den oberen Atemwegen gefunden, die mit dem eigentlichen Krankheitsgeschehen in der Lunge nichts zu tun haben.

subakut

  • schleimig-eitriger Nasenausfluss
  • Husten
  • erhöhte Atemfrequenz
  • Fieber (> 40°C)

chronisch

  • Wechsel zwischen Fieber und leicht erhöhter Temperatur
  • verstärkte Atmung, evtl. Atemnot
  • Mattigkeit, Teilnahmslosigkeit
  • Inappetenz

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