Melkroutine


Durch eine angepasste Melkroutine kann eine Senkung des Infektionsdrucks erreicht werden

Um den Infektionsdruck zu senken und eine Übertragung von Erregern zwischen den Kühen während der Melkroutine zu verhindern, ist das Vormelken unerlässlich.

immer vormelken

Das Vormelken ist gesetzlich vorgeschrieben und dient zum Durchspülen des Strichkanals, der eine hohe bakterielle Besiedlung aufweist. Stets einen Vormelkbecher nutzen, um die Milchbeschaffenheit zu prüfen. Bei Auffälligkeiten sollte ein Schalmtest durchgeführt und bei deutlichen Hinweisen auf das Vorliegen einer Mastitis der Tierarzt benachrichtigt werden. Pro Zitze sollten mindestens 2 bis 3 Strahlen in den Becher abgemolken werden. Beim Vormelken auf den Boden können Mastitiserreger auf andere Kühe übertragen werden.


Ansetzen vom Melkgeschirr

Sorgsames Ansetzen

Die Zeitspanne zwischen dem Erstkontakt am Euter und dem Ansetzen der Melkzeuge sollte mindestens 1 Minute, aber nicht mehr als 1,5 Minuten betragen. Beim Ansetzen des Melkzeugs ist eine korrekte Positionierung wichtig.

Wichtig ist, einen Lufteinbruch oder das Abrutschen der Melkbecher zu vermeiden.

Der Austausch von Zitzengummis ist essentiell wichtig um eine Übertragung von Erreger zu minimieren und somit die Melkhygiene zu verbessern.

Zitzengummis 

regelmäßig austauschen

Der Austausch von Zitzengummis sollte regelmäßig nach 700 Arbeitsstunden oder 2500 Melkungen erfolgen. Die Hersteller weisen die Lebensdauer ihrer spezifischen Produkte aus - richten Sie Ihre Wartungsintervalle danach aus. Rissige Zitzengummis bilden ein Reservoir für Keime und können nicht mehr ausreichend gereinigt werden.

Nach dem Melken:

Tiere tränken und füttern

Während des Melkens wird der Strichkanal zum Teil über 30 Prozent gestreckt und in der Breite zwischen 15 und 35 Prozent geweitet. Nach dem Melken ist das Infektionsrisiko besonders hoch, da sich der Strichkanal erst nach 30 bis 60 Minuten schließt. In dieser Zeit sollen Kühe zum Fressen und Trinken animiert werden (Tierführung, Vorlage frischen Futters). Dadurch wird vermieden, dass die offenen Zitzen frühzeitig beim Liegen der Kuh mit umweltassoziierten Erregern in Berührung kommen.



Automatische Melksysteme: Weniger als 4 Melkungen am Tag

automatisches Melksystem

In Betrieben, die automatische Melksysteme eingeführt haben, stieg die Zellzahl in der Anfangsphase durchschnittlich um 15 Prozent an. Durch das häufige Aufsuchen des Melkstands wird die Zitze einem größeren Stress ausgesetzt. Auf keinen Fall sollte die Melkfrequenz mehr als 4 Melkungen pro Tag betragen. Wird häufiger frisches Futter nahe dem Roboterausgang angeboten, animiert es die Kühe zunächst zu fressen, bevor sie sich wieder in die Boxen legen.


Praxistipp Melkreihenfolge

Beim Melken sollten drei Gruppen gebildet und jede Gruppe separat nacheinander abgemolken werden, um die Ansteckungsgefahr zu senken.

1. Eutergesunde Kühe

2. Kühe mit erhöhter Zellzahl

3. nachweislich infizierte Tiere


Alle Informationen über das Thema Melken und Mastitis in einer Broschüre finden Sie hier...


Weitere Prophylaxemaßnahmen:

Mehr gesunde Tiere durch ein besseres Stallmanagement

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